„Lost-Places“-Fotografie wollte ich schon immer machen. Zufällig stieß ich auf diese alten Bahnhallen im Münchner Norden, noch bevor daraus ein Tempel für überteuerte Oldtimerfahrzeuge wurde. Ich war mit meiner Frau wegen etwas Anderem in der Gegend unterwegs und hatte daher keine Kamera dabei, als ich diesen Spot entdeckte. Ich sagte mir, dass ich irgendwann wieder mit meiner Kamera hierher zurückkommen werde. Zuhause las ich noch an demselben Tag im Internet, dass sich die Hallen bereits im Umbau befanden. Wie lange man dort noch ungestört fotografieren konnte war also ungewiss. Daher kam in mir das Gefühl einer verpassten Chance auf. Viele Fotografen kennen dieses Gefühl, das einen tagelang beschäftigen kann. Kurzentschlossen rief ich einen Freund an, denn nette Fotografen behalten ihre Spots nicht für sich allein und wir verabredeten uns noch an demselben Tag vor Ort. Wie sich herausstellen sollte, war dies die richtige Entscheidung. Dass in einer der Hallen ein altes, ausgeschlachtetes Auto stand, war purer Zufall. Wer rechnet schon mit so etwas. Es war das Highlight an jenem Tag. Oft braucht man Glück, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Dazu zählt auch, dass an diesem Tag die Sonne schon so tief stand, dass sie das Fahrzeug für circa fünf Minuten durch ein Hallenfenster optimal ausleuchtete. Ohne dieses Licht wäre das Foto nicht annähernd so gut geworden. Genau in diesem kleinen Zeitfenster konnte ich das Foto schießen. Ein glücklicher Tag für einen Fotografen!
„Lost-Place"

by Tomi K.
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